Quallen, Underwater Love und mein erster Sew Along

Gerade noch voll am Abtauchen und schon ist sie wieder vorbei meine wunderbare Reise in die Unterwasserwelt des #kokodoloresunderwaterlove Sew Along.

2 x im Jahr ruft Nelly aka Koko & Dolores zum Sew Along auf und in diesen, meinen ersten, möchte ich dich mitnehmen.

Sew Along – was ist das?

Pünktlich zum Abschluss des halbjährlich stattfindenden Trendworkshops ruft Nelly seit 2? Jahren das Thema zum anschließenden Sew Along aus. Der Sew Along, übersetzt Gemeinsames Nähen, ist ein 4 wöchiges Zeitfenster in dem Sewsisters (aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, englischsprachig habe ich auch schon gesehen) eine Kollektion zu einem von Nelly vorgegebene Thema auf die Beine stellen. Vom Moodboard in der ersten Woche über die Erstellung eines Kollektionsrahmenplan in der 2., der Auswahl der Stoffe, Farben und Schnittmuster übers Nähen der Kollektionsteile und einer finalen Präsentation ist alles dabei und ich kann dir sagen, die Zeit rast.

Das ganze findet online in einer Community von nähbegeisterten und super kreativen Frauen (Männer habe ich hier noch nicht gesehen) statt, die sich, so ist mein erster Eindruck, unheimlich pushen und gegenseitig unterstützen. Nelly hat auf der Workshopseite zu jeder Themenwoche Erklärvideos, Goodies, Printvorlagen u.v.m. aber auch Aufzeichnungen der wöchentlichen Zooms hinterlegt, so dass jeder in seinem Tempo teilnehmen kann.

Wochenübersicht des Underwater Love Sew Along

Wer seine Kollektion einreicht – hier ist alles freiwillig und wer nicht fertig wird oder nicht will, der muss auch nicht – kann sich am Ende über ein Community Voting und die Auswahl einer externen Jury freuen die jeweils ihre drei Lieblingskollektionen wählen. Während ich hier am Schreiben bin, findet diese Woche das Voting statt und ich beneide die Jury um ihre Aufgabe nicht.

Mach ichs, mach ichs nicht?

So ging das den ganzen Februar 2022. Nachdem Nelly das Underwater Love Thema rausgehauen hatte, war ich angefixt aber auch ratlos. Den letzten Sew Along zum Thema Cosmos Crew hatte ich nebenbei verfolgt, war aber zeitlich eingebunden und Weltraum ist auch nicht so meins. Mit Underwater Love konnte ich schon mehr anfangen, aber hey, ich hab ja auch noch Kleine Franzosen, meine Existenzgründer, die ich nebenberuflich coache und nebenbei 5 mittelgroße-kleine Kinder.

Im Winterurlaub Anfang Februar war ich gedanklich immer wieder beim Sew Along. In einer schlaflosen Nacht scrollte ich mich durch die Insta-Beiträge und Abschlusspräsentatione der vorherigen Teilnehmerinnen. Ich speicherte Lieblingsbeiträge, klickte mich durch Stories in der Hoffnung für mich mehr Überblick und gleichzeitig Inspiration zu bekommen. Nach ein paar Stunden ging ich wieder ins Bett. Den Kopf voll mit Eindrücken, für mich überraschenden Nominierungen und wieder der Frage mach ichs, mach ichs nicht?

Die Kollektion

Quallen über Quallen

Meine Underwater Love Inspiration traf ich ein paar Tage nach der schlaflosen Nacht im Schwimmbad. Klingt vielleicht zu einfach und wenig kreativ, war aber so. Ich war im Wasser, die Bande hatte neue Ferienbekanntschaften geschlossen und darunter war ein Mädchen im Badeanzug mit Quallen drauf. Quallen? Ich musste zweimal hinsehen. Reihenweise kleine Quallensilhoutten nebeneinander und vertikal in Diagonalen angeordnet auf einem rostbraunem Badeanzug. Quallen! Wie genial, wie einfach und auch wie anders!

Als abends mit meinem Mann meine Gedanken und Ideen teile, meinte er nur, dass das nicht Quallen sondern kleine Sonnenschirme gewesen seien. Mir war das zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr wichtig. Ich wusste, ich machs!

Von da an war ich auf der Suche nach Quallenmotiven. Ich wollte nichts kindliches comichaftes mit Gesicht o.ä. Ein Quallenmotiv wie aus einem Naturkundebuch, hatte ich im Kopf, mit dem ich immer noch Siebdrucken konnte und die Badeanzug-Interpretation sollte ebenfalls einen Auftritt bekommen. Letztendlich fand ich online mein realitätsnahes Quallenmotiv und zeichnete mir das 2. Motiv für die Silhoutte einfach selbst.

Meine Kollektionsteile, entwickelte sich nach und nach in meinem Kopf, nach Gesprächen mit Oli und eines Abends zeichnete ich alles für mich erstmal auf. Es war von Anfang an rund. Der Sew Along hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal angefangen und ich hatte auch keine Ahnung, dass die erste Woche voll und ganz der Moodboard-Erstellung dienen sollte.

Wocheninhalte von Woche 1: Inspiration & Moodboard

Als es soweit war, verpasste ich gleich das 1. Zoom und war gleichzeitig schon voll in der grafischen Planung meiner Kollektion. Beispiele hierzu hatte ich bei der Cosmos Crew gefunden und mich damit voll ins kalte Wasser geworfen. Noch nie davor hatte ich meine Modelle, außer für mich, für andere grafisch darstellen müssen. Nelly und ihrer geduldigen Unterstützung Laura sei Dank gab es immer wieder Hinweise zu den Apps Sketchbook und Procreate. Und mit Unterstützung von YouTube habe ich mich eben mal noch schnell in Sketchbook reingefuchst.

In the making

Als ich Anfang März, als eine der ersten meinen Kollektionsrahmenplan auf Instagram veröffentlichte, war ich mir nicht mehr ganz so sicher. Ich fand meine Kollektion auf einmal zu einfach, zu schlicht und vielleicht auch zu wenig kreativ. Zum Glück hatte ich Nelly im Hinterkopf, ungefähr so: „Schaut bei den Anderen, lasst Euch inspirieren, seid auch mal mutig, aber bleibt euch treu. Und wenn ihr euer Thema gefunden habt, dann bleibt dabei und schaut nicht mehr so viel. Ihr seht sonst noch die Tasche und das Shirt, macht das auch, weil es schön ist und zum Schluss habt ihr viele Einzelteile, aber keine zusammenhängende Kollektion.“

Ich habe diesen Hinweis während des ganzen Sew Along beherzigt und im Vorfeld hätte ich mir nicht soviele Gedanken machen müssen. Die Reaktionen auf meinen Kollektionsrahmenplan waren einfach großartig. Noch nie zuvor hatte ich soviele Herzen und neue Follower auf einen Schlag bekommen. An diesem Tag war ich Eislaufen und bin gefühlt nur geschwebt.

Kollektionsrahmenplan Underwater Love Sew Along – mit Sketchbook erstellt

Nach dem Kollektionsrahmenplan ging es Schlag auf Schlag weiter. Ich war am Schnittmuster kleben, Stoff färben, Zuschneiden, Nähen und Siebdrucken. Die nächsten lieben Reaktionen kamen, als ich Instagram Stories von Quallen-Siebdrucken rausbrachte. So einen Auftrieb hatte ich nach den vorherigen Wochen mit Corona, Magen-Darm, geschlossener Kita u.ä. schon lange nicht mehr gehabt.

Da die Kollektion mit einer Präsentation abschließt stand für mich lange die Frage im Raum: „Wo fotografiere ich Sommerkleidung am Kind Mitte März bei Temperaturen um den Gefrierpunkt?“ Keine leichte Antwort, schließlich fliege ich zum Foto-Shooting nicht mal schnell nach Südafrika oder die Malediven, wie das beim Conleys-Katalog – gibts den überhaupt noch? – auf der Titelseite steht.

Meine Rettung war das Tropical Islands in der alten Cargo-Lifter Halle im Spreewald. In einer tropischen Lagunen-Schwimmbadwelt sollte mein Plan doch aufgehen? Wir hatten der Bande schon seit langem einen Ausflug dorthin versprochen, ihn wegen Corona aber immer wieder verschoben. Mit schnell gekauften Tickets für einen Sonntag Mitte März hatte ich ab da an nur noch den winzigen Druck im Nacken alle Teile fertig zu bekommen. Und ja, es gab eine Nachtschicht.

Am Abend unseres Ausflugs war ich platt und so stolz. Es war ein toller Familientag gewesen und ich hatte meine Fotos im Kasten. Der kleinste der Bande und die große Französin hatten in 20 Minuten Fotoshooting alles gegeben. Kleine Hintergrundinfo: In dieser Halle herrschen tatsächlich oder gefühlt um die 27°C und >85 % Luftfeuchtigkeit. Ich hatte 2 sweaty Kids mit roten Köpfen, Lightroom sei Dank, kann man das regulieren, 2 große Slushies und diverse andere Besucher die am Gucken waren, was wir da machten.

Die Fotos vom Jumsuit sind übrigens nicht im Tropical Islands, sondern im heimischen Wohnzimmer entstanden. Er war einfach nicht fertig geworden.

Kleiner Tipp: Mach auch immer ein Foto nur vom Hintergrund. Ich hatte das natürlich vergessen und später meine kleine Auszeit mit Photoshop beim Freistellen und Zusammenfügen. Ich kann einfach kein Photoshop.😜

Die Präsentation

Mit den fertigen Fotos habe ich noch vor der Abschlusspräsi angefangen meine Outfits auf Instagram zu veröffentlichen. Ich hatte ja keine Ahnung und dachte, „ich zeig halt was ich hab.“ Das schöne am Sew Along ist, dass jeder es auf seine Art und Weise machen kann, aber alle mit dem gleichen Ziel vor Augen unterwegs sind. Ich unerfahren wie ich war, hatte den Cosmos Crew im Hinterkopf wo ich Veröffentlichungen von Outfits vor der Abschlusspräsi gesehen hatte. Bei anderen Teilnehmern tauchten parallel dazu wunderschöne Detailfotos, Stoffstapel, ebenfalls komplette Outfits oder Einzelteile auf.

Die Zeit bleibt nicht stehen. Morgen ist großes Finale und Voting-Ende. Die fertige Präsentation war bis vergangenen Sonntag online einzureichen und machte mir im Vorfeld genauso viel Kopfzerbrechen wie das Finden meines Underwater Love-Themas. Schaut man sich die Präsis der Teilnehmerinnen, egal ob bei Underwater Love oder vorherigen Sewalongs an, hat man schnell das Gefühl hier sitzen angehende Grafikdesignerinnen am Werk, die nur darauf warten Ihre Kollektion in den kreativsten Varianten in die Welt hinaus zu tragen. Zwischenzeitlich war ich trotz guter Fotos und noch ausreichend Zeit bis zur Abgabe eingeschüchtert, ratlos und hatte ernsthaft Gedanken auf die Abgabe zu verzichten. Natürlich hab ich eingereicht! Meinen ersten Versuch habe ich nach einem halben Tag verworfen, nochmal neu angefangen und es dann durchgezogen. Es hätte mit Sicherheit kreativer und ich weiß nicht was sein, können, aber ich bin zufrieden, so richtig, es ist mein Stil und ich habe schon soviel hier erreicht. In meinem nächsten Leben werde ich dann Grafikdesignerin.

Wie gehts weiter?

Der Sew Along war für mich eine großartige Zeit, ein Übersichhinauswachsen in einem abgegrenzten Zeitraum, ein Antesten ob meine Ideen Potential für eine Kleine Franzosen Sommerkollektion haben und ein Kennenlernen von großartigen kreativen Frauen. Ich habe hier nur schöne Erlebnisse gehabt, werde schon bald mit anderen Teilnehmerinnen privat zoomen, habe immer Hilfestellung bei Fragen erhalten und die liebsten Rückmeldungen auf meine eigenen Veröffentlichungen. Ob ich beim nächsten Sew Along mitmachen werde, weiß ich noch nicht. Es hängt vom Thema und vom Zeitpunkt ab, denn Herbst/Winter heißt für Kleine Franzosen auch Weihnachtsgeschäft. Underwater Love war mein Thema und zwar sowas von.

Wenn Du diesen Beitrag hier liest, selbst vor der Frage Mitmachen Ja oder Nein stehst und Nelly ein Thema raushaut, das dich catcht, dann mach es! Du wächst über dich hinaus und ich wünsche Dir die schönsten Erfahrungen, sowie ich sie bei meinem ersten Sew Along hatte.

Danke Nelly, Du hast mich sowas von gecatcht und ich freue mich auf das nächste Abenteuer mit Dir. See you at the Sewciety, Franzi

2 Kommentare

  1. Raphaela

    Was für ein schönes Resümee und ja, ich kann Dir voll und ganz zustimmen – man wächst wirklich über sich hinaus! Deine Kollektion ist wunderschön geworden und ich drücke Dir für das Finale die Daumen – meine Stimme hast Du bekommen!

    • Franziska

      Hallo Raphaela, ganz lieben Dank für Deine Nachricht. Ich habe sie leider erst gerade gesehen, aber dann gratuliere ich so einfach noch ganz persönlich zu Deinem Wahnsinns-Erfolg. Das war total verdient und das Kleid und der Badeanzug, auch wenn Du drüber geschimpft hast, stehen auch bei mir ganz oben. Jetzt kann der Sommer kommen. Liebe Grüße, Franzi

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